Den Bürger mitnehmen.

Unseren Weg intensiver Bürgerbeteiligung sind wir längst vor den Bürgerprotesten zu Stuttgart 21 gegangen, anfangs trotz einiger Bedenken aus den Reihen des Gemeinderats. Er hat sich als richtig erwiesen. Auch wenn nicht alle Schritte der Bürgerbeteiligung völlig reibungslos verlaufen, sondern auch mal kontrovers oder emotional, so haben unsere Zukunftskonferenzen,
Dialogforen und Stadtteilveranstaltungen doch eines gezeigt: es ist von entscheidender Bedeutung, dass die Meinung von Bürgerinnen und Bürgern vor den kommunalpolitischen Entscheidungen erfragt werden und nicht erst danach. In der Bürgerbeteiligung weitet sich für die Verwaltung wie für die Kommunalpolitik immer wieder der Blickwinkel, man wird sensibler für das, was die Menschen vor Ort bewegt. Manchmal kommen auch ganz neue Ideen ins Spiel – und vor allem: viele Bürgerinnen und Bürger möchten nicht nur mitreden, sondern sind bereit, sich mit einzubringen, ihren Teil an der gesellschaftlichen Verantwortung für das Ganze mitzutragen.

Zur langjährigen Tradition ehrenamtlichen Engagements in Ludwigsburg hat sich so in den letzten Jahren noch vieles hinzugesellt: der ehrenamtliche Betrieb von Stadtteilbibliotheken und Seniorenbegegnungsstätten, die Übernahme von Lesepatenschaften, die Mitarbeit in unterschiedlichsten Arbeitskreisen in den Stadtteilen, bis hin zum unglaublich erfolgreichen Engagement für ein Hilfsprojekt in Afrika, in Burkina Faso.

Damit leben wir lokal vor, was wir in den europäischen Staaten angesichts der Krise des Euro und der viel zu hohen Staatsverschuldung noch brauchen: Mehr Übernahme von Verantwortung durch unsere Gesellschaft statt immer mehr Verschieben von Lasten auf künftige Generationen. Das Rollenspiel zwischen Politik und Gesellschaft hat viele europäische Länder in die Sackgasse geführt, und auch in Deutschland muss noch vieles grundlegend verändert werden.

Wir in Ludwigsburg sind bereits auf einem guten Weg. Aktive Stadtentwicklung, die Entschärfung von Problemen, das frühzeitige Nutzen von Chancen sind möglich, ohne künftige Generationen durch immer höhere Verschuldung zu belasten.

Lassen Sie uns gemeinsam den Weg einer aktiven Stadtentwicklung fortsetzen und gleichzeitig die Schulden vollends abbauen. Auch wenn es zunächst utopisch klingen mag – wenn wir den bisherigen Weg weiter gehen, dann wird uns auch dies gelingen!